Was passiert, wenn korsische Hirtengesänge auf die Madrigale der italienischen Renaissance treffen? Das Ensemble Camerata Figarella hat darauf eine faszinierende Antwort gefunden. Aufgenommen in der kleinen Kirche Santa Maria Assunta in Mandriale, hoch in den Bergen Korsikas, lassen vier traditionelle Sänger und vier Bläser einen achtstimmigen Doppelchor erklingen, dessen Klanglandschaft vom Korsischen über das mittelalterliche Umbrische bis zum alten Toskanisch reicht. Ihren Titel verdankt die Aufnahme einem Zitat des Cornettisten Girolamo Dalla Casa von 1584: „Il cantar in compagnia" – gemeinsam musizieren.
Das Programm verbindet Madrigale von Philippe Verdelot und Jacques Arcadelt, ein Motet von Orlando di Lasso und geistliche Lauden aus dem Laudario di Cortona mit traditionellen korsischen Gesängen wie dem Passionsgesang „Lamentu à Ghjesù". Mehrere Stücke werden hier erstmals überhaupt eingespielt. Traditionelle korsische Sänger interpretieren dabei Renaissance-Repertoire mit freier Intonation und improvisierter Verzierungskunst, ohne ihre eigene Gesangstradition aufzugeben.
Ein zentrales Element ist die Diminution, eine Verzierungstechnik der Renaissance: Cornettist William Dongois, Spezialist für diese Praxis, hat eigens neue Diminutionen komponiert, orientiert an historischen Traktaten des 16. Jahrhunderts.
Camerata Figarella vereint unter der künstlerischen Leitung von William Dongois (Zink) die korsischen Sänger Michele Paoli, Jean-Étienne Langianni, Daniel Gonet und Enea Sorini (auch Bariton & Percussion) mit den Instrumentalisten Stefan Legée (Posaune) sowie Fausto und Ange Sierakowski (Saxophon/Klarinette).
