Schneeblumen-Gedenkweg 2026 – Ihr Weg bis zur Elbe

Im eisigen Regen wurden sie in der Nacht des 13. April 1945 vom KZ Buchenwald-Außenlager Markkleeberg ausgehend durch die verdunkelten Randbezirke Leipzigs getrieben: 1550 Zwangsarbeiterinnen – 1300 jüdische Ungarinnen und 250 französische politische Gefangene. Viele von ihnen überlebten den Marsch nicht, der sie über Borsdorf, Bennewitz, Wurzen, Oschatz, Lommatzsch, Meißen, Radeburg, Dresden, Teplitz nach Theresienstadt führen sollte. Für die meisten von ihnen war es aber ein entbehrungsreicher Weg in ein neues Leben.

Anlässlich des sächsischen Themenjahres TACHELES 2026 erinnert die Notenspur Leipzig e.V. zusammen mit der motivierenden Unterstützung zahlreicher Initiativen aus der Zivilgesellschaft an den Weg der Frauen bis zur Elbe. Gemeinsam wird erstmalsauch in weitere Orte gegangen, durch welche die Frauen vor 81 Jahren getrieben worden sind. In Markkleeberg wird am 13. April in der Abenddämmerung um 19 Uhr gestartet, so wie auch die Frauen abends aufbrachen, in unzureichender Kleidung, mit Holzschuhen und ohne ausreichende Nahrung. Weitere Wegabschnitte werden ab 14. April von Althen-Borsdorf, Bennewitz-Wurzen, Oschatz und Stadt Lommatzsch, OT Dörschnitz starten, bis der Weg schließlich am 18. April in Meißen in die letzte Etappe mündet.


Das für den Schneeblumen-Gedenkweg entwickelte Format setzt Erinnerungskultur auf persönliche Beteiligung und das eigene Nachdenken der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Im Mittelpunkt stehen die gefangenen Frauen mit ihren Erinnerungen und den Liedern und Texten, die ihnen Hoffnung und Überlebensmut gegeben haben. Die Erinnerungen der Überlebenden Zava Szász Stessel, die sie im hohen Alter in dem Buch „Snow Flowers“ – daher auch der Name Schneeblumen-Gedenkweg – niedergelegt hat, sind der wichtigste Schatz des Gedenkweges. Weil der größere Teil der Frauen die Strapazen des Marsches überlebt hat, liegt zugleich Hoffnung über diesem Marsch, die der jüdischen Gemeinde besonders wichtig ist.


Während des gemeinsamen Weges wird Musik erklingen und es werden die Namen jeder Einzelnen verlesen. „Es gehört für uns zu den schönsten Erfahrungen der Vorbereitung des diesjährigen Schneeblumen-Gedenkweges, wie Stück für Stück lokale Geschichten im Zusammenhang mit den Deportationsmärschen kurz vor Kriegsende erzählt wurden, daraus Ideen für eigene Formate entstanden und sich viele ehrenamtliche Mitwirkende fanden – Musiker, Leserinnen der Namen der Zwangsarbeiterinnen.“, sagt Werner Schneider, Vorsitzender der Notenspur e.V. und Mitinitiator des Schneeblumen-Gedenkwegs, den er seit 2015 jedes Jahr beschreitet.
Felix Papenhagen, Projektverantwortlicher der Jüdischen Notenspuren, ergänzt: „Wir haben nur so viele Spuren, lokales Wissen und Geschichten entlang des Deportationsweges vorgefunden, weil wir aus Leipzig aufs Land hinausgefahren sind, vor Ort offene Türen vorfanden und das Gespräch gesucht haben. Das ist quasi dynamische und aufsuchende Erinnerungsarbeit, die immer neue Fragen stellt und Orte aufsucht“.

Eine Veranstaltung im Rahmen des sächsischen Themenjahres TACHELES 2026.

 

Stationen 2026

  1. April, Markkleeberg-Leipzig, 19 Uhr

Beginn 19 Uhr Markkleeberg, Equipagenweg 15 (Haltestelle Bus 70,

900 m oder S-Bahn, 1100 m),
Strecke 6,5 km über Dölitz nach Leipzig-Probstheida, Russenstraße 23 (Haltestelle Linie 15, 300 m)
Ende gegen 21:50 Uhr
Veranstalter: Notenspur Leipzig e.V. und Werkbühne e.V.

  1. April, Althen-Borsdorf, 19 Uhr
    Beginn 19 Uhr Kirche Althen, Althener Anger 19

Strecke: ca. 3 km, Freundschaftsring, Parthebrücke, Parkstraße,

Kirche Borsdorf (ca. 20:00 Uhr), Freies Gymnasium Borsdorf (ca.

20:40 Uhr)

Ende gegen 21:00 Uhr Freies Gymnasium Borsdorf
Herzlichen Dank für die engagierte Mitwirkung:

Freies Gymnasium Borsdorf, Ev. Luth. Kirche Borsdorf und Gemeindebibliothek Borsdorf.


  1. April, Bennewitz-Wurzen, 17 Uhr
    Beginn 17 Uhr, Jugend- und Freizeittreff „Werner Moser“, Dorfstraße

29, 04828 Bennewitz

Strecke: ca. 3,5 km über Gedenkstein an den Muldewiesen (ca.

17.45 Uhr)

Ende gegen 18.45 Uhr am Dom
Herzlichen Dank für die engagierte Mitwirkung: Jugend- und Freizeittreff „Werner Moser“ (Bennewitz), Netzwerk für Demokratische Kultur, evang. JungeGemeinde Wurzen, Musik- und Kunstschule Wurzen.

 

  1. April, Oschatz, 16.45 Uhr

Beginn 16.45 Uhr, Thomas-Mann-Gymnasium Oschatz,

Rudolf-Breitscheid-Straße 1, 04758 Oschatz

Strecke: ca. 7 km über Talheim, zum Park Naundorf und zur

Ev. Werkschule Naundorf gegen 19.15, kleiner Dialog mit Speisen und Getränken

Gemeinsame Rückfahrt mit der Döllnitzbahn gegen 19.50 Uhr, Ankunft in Oschatz 20 Uhr

Herzlichen Dank für die engagierte Mitwirkung an: Thomas-Mann-Gymnasium Oschatz und an die Unterstützer Döllnitzbahn, Lions Oschatz und Pfenniggruppe.


  1. April, OT Dörschnitz (Stadt Lommatzsch), 10.30 Uhr

    Erinnerung an die KZ-Deportationsmärsche und Enthüllung von drei Gedenktafeln.

Beginn: 10.30 Uhr, Friedhof Dörschnitz,

Obere Dorfstraße, 01623 Lommatzsch

Ende: ca. 11:30 Uhr
Herzlichen Dank für die engagierte Mitwirkung an: Oberschule Lommatzscher Pflege und der Oberschule „Anne Frank“ Stauchitz

  1. April, Meißen, 11 Uhr
    Beginn 11 Uhr St. Wolfgang, Röhrenweg 01662 Meißen (Haltestelle Bus 417, 20 m)

Mittelstation: gegen 11:45 Uhr, Theaterplatz

Ende gegen 13 Uhr, Johanneskirche Meißen, Johannesplatz 1

Strecke: ca. 3 km über Hohlweg, Theaterplatz, Altstadtbrücke,

Leinpfad, Johanneskirche Meißen
Herzlichen Dank für die engagierte Mitwirkung von Stadt Meißen, Kulturamt; Johannesgemeinde Meißen; Gymnasium Franziskaneum Meißen; Sächsisches

Landesgymnasium Sankt Afra zu Meißen; Buntes Meißen – Bündnis

Zivilcourage e.V.; Musikschule des Landkreises Meißen


Weitere Details unter: https://www.notenspur-leipzig.de/juedische-notenspuren/schneeblumen-gedenkweg

Die Notenspur Leipzig e.V. sucht noch ehrenamtliche Unterstützung als Namenlesende, Musizierende oder Orga-Helfende. Diese sollen sich gern, mit Angabe des Veranstaltungsdatums, direkt wenden an: schneeblumen@notenspur-leipzig.de

Hinweis: Keine Fahrradtour! Teilnahme auf eigene Gefahr. Festes Schuhwerk wird dringend empfohlen, ebenso wetterfeste Kleidung und eine Taschenlampe.