Trio Karénine spielt Tschaikowsky
Tschaikowskys Klaviertrio a-Moll op. 50 ist ein ergreifendes Denkmal für den Pianisten Nikolaj Rubinstein, dem der Komponist eng verbunden war und dessen plötzlicher Tod ihn 1881 tief traf. Die Widmung À la mémoire d’un grand artiste spricht für sich und markiert zugleich Tschaikowskys versöhnte Annäherung an eine Gattung, die er lange ablehnte. In seiner Größe und emotionalen Wucht erinnert das Werk an die dramatische Intensität großer russischer Literatur. Das Trio Karénine ergänzt das Werk mit zwei langsamen Sätzen, die Spannung und Ruhe auf besondere Weise verbinden. Zuvor erklingt Rimskij-Korsakovs Klaviertrio a-Moll, ein Adagio, das mit feinsinniger Zurückhaltung den Auftakt bildet. Den Abschluss bildet Tschaikowskis Klavierkonzert Nr. 2 in G-Dur, op. 44, das das Programm mit virtuoser Energie und mitreißender Lebendigkeit krönt. Eine intime Reise in bester Gesellschaft: von Moskau nach St. Petersburg.
Das Trio Karénine wird für seine musikalische Authentizität und sein lebendiges Spiel geschätzt. Sein Name verweist auf Tolstois berühmte Titelheldin und spiegelt Vitalität und Esprit wider. Gegründet 2009, studierte das Ensemble in der Klasse des Ysaÿe-Quartetts in Paris und besuchte Meisterkurse bei Künstlern wie Alfred Brendel, Menahem Pressler und dem Trio Wanderer.
Das Trio gewann zahlreiche Preise, darunter beim ARD-Wettbewerb München, dem Charles Hennen-Wettbewerb und dem Internationalen Kammermusikwettbewerb Joseph Haydn. Regelmäßig spielt es Werke zeitgenössischer Komponisten wie Wolfgang Rihm, Hans-Werner Henze oder Fazil Say und gastierte in renommierten Konzertsälen und Festivals in Europa, Fernost und Nordamerika.
Seit 2016 erschienen vier Alben beim Label Mirare, u. a. mit Schumann, Fauré, Ravel, Schostakowitsch und Liszt; die Einspielungen erhielten internationale Auszeichnungen und Nominierungen.
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